Mihály Fellegi - Frau Viktória Sebestyén

Übersetzer: Gábor Grob

 

 

Die Einsiedler des Donauknie im 18. Jahrhundert

 

 

 

Der Wiener Hof hat im 1689 für die Einwohner des Deutschen Reiches sein Siedlungspatent bekannt gegeben.

Die Ansiedler hatten zu grosse Erwartungen und zum Starten der Produktion zu wenig Kapital.

Wegen der ungewissen Zukunft hatten sich eher solche Besitzlose zu der Übersiedlung entschlossen, die es auch zu Hause schwer hatten: ein Teil dieser hatte hier im Donauknie eine Heimat gefunden.

Wir berichten über folgenden- von Deutschen bewohnten Ortschaften: Nagymaros/Großmarosch, Zebegény/Sebegin, Kismaros/Kleinmarosch, Dunabogdány/Bogdan und Visegrád/Plintenburg.

Die genannten Ortschaften - mit Ausnahme von Bogdan- waren zwischen 1699 und 1755, in der Hauptzeit der Einsiedlung, im Besitz der österreichischen Familie Stahremberg.

Nach unseren Kenntnissen kamen vom Besitztum der Familie Stahremberg aus Linz und Eferding keine Siedler.

Es ist aber eine bewiesene Tatsache, dass aus anderen österreichischen Ländern zahlreiche Familien in die Gegend von Großmarosch kamen.

Das Bild des Stammortes haben die aufeinanderfolgenden Generationen nicht bewahrt.

 Das Bild der Urheimat erlosch während der Jahrhunderte wahrscheinlich darum, weil es in dem Leben der Nachkommen- Generationen keine Rolle spielte.

Die, die Deutschland verließen, besaßen keinerlei Nationalstolz oder Identitätsbewusstsein.

Die emittenten deutschen Staaten verschieder Größe bedeuteten kein gemeinsames Mutterland.

Und das Bild des Deutschen Reiches war ein zu ausgedehnter und in der Erinnerung nicht festgehaltener Rahmen zum Bestimmen des Gebietes der Urheimat.

Ihr Schiksal war von der Schaffung der neuen Existenz, der neuen Heimat und des "Daheimseingefühls" bestimmt.

Zu "Donauschwaben", "Ungarndeutschen" so wie sie heute vor uns stehen, wurden sie vom neuen Dorf, von der neuen Gegend, von der neuen Heimat geformt.

Für die Schwaben begann die Geschichte mit der Einsiedlung, bei der Herausbildung des Nationalstaates lebten sie schon in Ungarn.

So konnte weder die deutsche Kultur, noch die deutsche Muttersprache Teil ihrer "nationalen" Identität werden.

Die Vorstellung des Mutterlandes trennte sich von den Inhalten der deutschen Muttersprache, der deutschen nationalen Kultur und dem ideologischen Bestimmen der Heimatstelle.

 

 

NAGYMAROS/GROßMAROSCH

 

Die Herkunftsforschung von Großmarosch und seiner Umgebung begann erst vor einigen Jahren.

Darum, und weil die örtlichen Matrikeln ziemlich informationsarm sind, sind leider die Ergebnisse unserer Forschungen auch bescheiden.

Marosch wurde nach den Türkenkriegen entvölkert, obwohl seine Einwohnerzahl auch so eine Kontinuität zeigt.

 In dieser Zeit- zwischen 1686 und 1696- wurde Visegrad/ Plintenburg mehrmals unbewohnt.

Laut der erhaltengebliebenen zeitgenössischen Dokumenten und des Berichtes von Carl von Belchamps an Wien im Jahre 1686 war Marosch in 1686 ein bewohntes Gebiet.

Die verheerende Pestseuche im 1709 dezimierte die Einwohnerschaft.

Über die Umstände der Ansiedlung verfügen wir leider über keine Informationen.

Anfangs, zwischen 1712 und 1724, wurde die Großmaroscher Matrikel von der Visegrader Mutterkirche geführt. Demnach lebten in Großmarosch schon in 1712 Deutsche.

Die örtliche Martikel wurde erst seit 1724 geführt.

Laut den Matrikeln kamen zwischen 1712 und 1730 die folgenden Familiennamen in Marosch vor: Helmerich, Staudhammer, Kemper, Kress, Valentin, Neumann, Zeller, Pinzinger, Keller, Trageser, Meltsch, Henop, Nikles, Auerbach, Emmer, Hock, Hübner, Leitner, Üblachner, Renk,  Denckler, Funk, Dobler, Diel, Wermuth, Riffert, Bergmann, Heffentreger, Bessenbacher, Geiger, Galster, Heintz, Christ, Hoffacker, Neder, Nieberl, Hoffmann, Trieb, Tietel, Maurer, Ritzl, Scheffer, Schneider, Wohlmuth, Vornwald, Kurzbacher, Mundi, Berner, Scheili und Rasler.

Die tobende Pestseuche im 1739 wurde von den hier einquartierten kaiserlichen Truppen verbreitet.

Laut Bericht des Veröceer Totenregisters ist einer der hohen Offiziere, der Feldmarschall am 26. Mai 1739 gestorben.

Die Verheerung der Krankheit war so rasch, dass man die Verstorbenen gar nicht in die Matrikel eintrug, und es wurde erst nach der Seuche aufgezeichnet, dass in Großmarosch 271 Menschen an der Krankheit gestorben sind.

Der dramatische Bevölkerungsschwund hat die Führung der Herrschaft dazu angespornt, neue Siedler aus dem Deutschen Reich zu werben.

 In dieser Periode siedelten besonders viele nach Marosch, in den Matrikeln werden die neueinziehenden noch in den 1740er Jahren mit dem Begriff "novus svevus" (neue Schwaben) bezeichnet.

Nach der Seuche erscheinen die folgenden Familiennamen in den Matrikeln:

Heinzinger, Pfaffenberger, Luz, Hazlberger, Kögl, Riedlinger, Löbl, Wiesner, Flamich, Rixer, Zoller, Mauch, Burgermeister, Imhof, Krichenbaum, Tyroler, Zissler, Ritzlberger und Rosenberger.

Die Kindersterblichkeit war extrem hoch, dementsprechend war auch die Geburtenrate sehr hoch.

In einer durchschnittlichen Familie fand zehn-fünfzehn Jahre hindurch jedes Jahr eine Taufe statt.

Viele Frauen sind bei der Geburt oder im Kindbett gestorben, es gibt viele Zwanziger Witwer. 

Der Witwenstand dauerte bei beiden Geschlechtern gewöhnlich nur eine kurze Zeit.

Das durchschnittliche Lebensalter war viel kürzer als heute, ein fünfzigjähriger Mensch galt Anfang des 18. Jahrhunderts schon als alt, meistens arbeitsunfähig.

Unsere Vorfahren hielten ihr Lebensalter, besonders vor dem, dass am Anfang des 18. Jahrhunderts die Matrikelführung begann, nicht immer in Evidenz.

 

Es kam noch in den 1750-er Jahren vor, dass seine Umgebung von jemanden nicht wusste, wie alt er ist, und bei seinem Tode wurde ein geschätzter Alter angegeben.

In den 1700-er Jahren lebten in Großmarosch fünf etnische Gruppen zusammen.

Die größte Gruppe waren die deutsch-österreichischen Siedler, weniger die kalvinistischen Ungarn, die Deutschen aus den umliegenden Ortschaften (z.B .: Bogdan, Gran), die aus anderen Gebieten kommende Siedler, zum Beispiel aus der Schweitz oder aus Burgunden, und die immer mehr abwandernden Serben-Kroaten.

Von organisierter Ansiedlung können wir nur bei der ersten deutschen Kolonie der in Marosch angesiedelten sprechen.

Die Mehrheit dieser Siedler stammt aus der heutigen Region Aschaffenburg, aus der Umgebung von Mömbris.

In den Matrikeln finden wir viele Personen, bei denen der Abstammungsort mit dem Wort Maguntia/Maguntini angegeben wird.

Maguntia ist der latainische Name von Mainz, darunter wird das Mainzer Kurfürstentum verstanden.

Es ist interessant zu erwähnen, dass in einer Zusammenschreibung, die nach Gassennamen in 1740 zusammengestellt wurde die Mainzer Strasse in Großmarosch beweisbar schon vorhanden ist.

Eine andere Besonderheit: Am Ufer des Rheins, zwischen Mainz und Koblenz finden wir den Loreley Tal, dem eine Naturerscheinung an der Donau, nördlich von Großmarosch sehr ähnelt .

Diese wurde in der alten Volksprache als Loreley gekannt, heute wird allerdings der nach 1838 gebaute Deich unter anderem so bezeichnet.

 

Die verschwommene Schrift der 1700-er Jahre konnte lesbar gemacht werden und so ist es sichtbar geworden, dass neben dem Wort Maguntia/Maguntini auch der genaue Abstammungsort zu finden ist.

 

Die Benennung des Geburtsortes ist meistens bei der Eheschließung zu finden.

Öfter wird uns die Abstammung der Familie erst bei der Eheschließung der schon hier geborenen Kindern bekannt.

Das heißt, dass von der Zeit der Übersiedlung bis zur Eintragung des Abstammungsortes sogar fünfzig Jahre vergehen konnten.

Als Fazit kann gesagt werden, dass für die überwiegende Mehrheit der hier lebenden deutschstämmigen Mömbris und dessen 20 km breiter Umkreis die Urheimat bedeutet.

Die aus der Gegend von Mömbris stammenden sind nach den Martikeln und anderen Quellen folgende:

Bergmann, Leitner, Löbl, Krombacher, Germann, Braun, Heinzinger, Treffer, Funk, Hock, Haag, más források alapján itt kutatjuk/ nach anderen Quellen forschen wir hier die Abstammung der Familie Jung, Bessenbacher, Jáger, Vormwald, Kress, Klaab, Hoffmann, Imhof, Trageser und Blankenbach.

Aus Österreich kamen auch Siedler in großer Zahl: Artner, Wiesner, Flamich, Zoller, Hirth, Goldberg, Koller, Luz, Prinzl, Tyroler, und Schlapschi.

Diese Liste ist leider lückenhaft, die Abstammung sehr vieler Familien ist für uns unbekannt.

In Marosch und seiner Umgebung war neben der Ansiedlung auch die Übersiedlung aus anderen Ortschaften sehr häufig.

Das kann gut verfolgt werden durch die, aus der alten Heimat mitgebrachten Bräuche, die tiefe Spuren in der Sprach- und Brauchkultur hinterlassen haben.

Bedeutende Massen sind in die nahe liegenden Ortschaften umgewandert, meistens wegen Heirat, oder Umzug.

Der grösste Emittentort war Bogdan, weil der Besitzer der Ortschaft, die Familie Zichy ca. 100 deutsche Familien aus der deutsch-schweitzerischen Grenze ansiedelte.

Der Lebensraum erwies sich für so viel Ansiedler als zu eng, die Vermehrung der Rodeländer hielt auch hier mit der explosionsartigen Zunahme der Bevölkerung nicht Schritt.

Nach Marosch kamen im Verhältnis zu der Bevölkerungszahl des Ortes ziemlich wenige Bogdaner, nach Sebegin wahrscheinlich wegen der Entfernung genauso.

 

Im Falle von Kleinmarosch war die Einströmung der Bogdaner aber bedeutend.

Die Mehrheit der Kleinmaroscher Einwohner sind Übersiedler aus Bogdan.

Darum war der Unterschied zwischen den Dialekten der Klein- und Großmaroscher so groß.

Die Matrikeln von Sebegin und Kleinmarosch wurden von dem Großmaroscher Pfarramt geführt.

Gemeinsamkeiten zwischen den zwei Gemeinden sind, dass die Einsiedler auf ein unbewohntes Gebiet kamen und in beiden Fällen die ersten Gebäuden die auf die örtlichen Bächern angelegten Mühlen und die Wirtshäuser waren.

 

ZEBEGÉNY/SEBEGIN

Die erste schriftliche Spur fanden wir vom 28. Januar 1737, wo auf einen Sebeginer Müller als "Sebegin Molitor" verwiesen wird.

Die Bevölkerung entstand aus den örtlichen Übersiedlern

Ab 1737 waren die folgenden Sebeginer Familiennamen häufig: Himmer, Albrecht, Germann, Ulrich, Zechmeister, Burda, Kramer, Werner, Krebs, Fischer, Feithinger, Fleischmann, Fleckenstein und Hirling.

 

 

KISMAROS/KLEINMAROSCH

Im Falle von Kleinmarosch wird erstmals am 16. Mai 1738  der Kleinmaroscher Einwohner Josephus Geiger erwähnt.

Die Bevölkerung entstand gleichfalls aus Übersiedlern

Der Großmaroscher Paßtor Andreas Nagy trug bei seinem Amtsbeginn 1740 in Kleinmarosch neun Familienoberhäupte ein.

Ab 1738 waren die folgenden Familiennamen häufig:

 Waltz, Hoffmann, Diel, Eberle, Dobler, Lang, Birßl, Klarus, Seibold, Wermuth, Rudolf, Bonifert, Rixer, Wiedermann, Meininger, Thiringer, Koch, Baldauf, Herth, Klimer, Wohl, Wiesner, Bernhard, Hock, Pierer, Krebs, Mohr, Hirling, Beja, Neder, Niedermiller, Emmer, Liebhardt, Klaab und Nikischer.

Kleinmarosch hatte ab 1853 eine eigene Matrikelführung.

 

Aus den zeitgenössischen Matrikeln konnte man den Ursprung vieler örtlichen Benennungen auflösen. 

So ein Beispiel zeigt die Familie Birk, die in den 1730-er Jahren in Bogdan ansiedelte, und nach einigen Jahren nach Kleinmarosch zog.

Der Familienoberhaupt, Johann Birk stammte aus dem Ort Stockach, und in Kleinmarosch ist auch heute noch der Weinberg Stockach zu finden.

Eine andere Besonderheit ist, dass bei den, in den 1740-er Jahren als Kismaroscher Einwohner eingetragenen Bernardi Wermuth und Georgius Mozarauz der Abstammungsort die Schweitz ist.

In Kleinmarosch existiert auch heute noch die Schweizerland-Flur.

Zwischen Kleinmarosch und Veröce ist die Gimpl Brücke zu finden - wir glauben, kürzlich eine Erklärung auf den Ursprung der Benennung gefunden zu haben.

Die Matrikeln erwähnen in den 1740er Jahren einen Einwohner mit dem Namen Johann Gimpl, der der Namengeber des Ortes Gimpl sein konnte.

Die genannte Brücke steht auf diesem Gebiet.

 Die Familie ist übrigens in der zweiten Hälfte der 1700er Jahre ausgestorben.

 

DUNABOGDÁNY/BOGDAN

Die Ansiedlung wurde von der Familie Zichy durchgeführt, der Ansiedlungsvertrag wurde am 31. Mai 1723 in Preßburg geschrieben.

Die Namen der ersten Ansiedler erscheinen ab Juli 1723 in den Plintenburger Matrikeln.

Die eigene Matrikelführung in Bogdan begann im 1724.

Nach unseren Kenntnissen kamen die Ansiedler der ersten zwei Siedlungswellen aus einem Ort, aus der Gegend Pfullendorf in Baden.

Zwischen den Ansiedlern der dritten Siedlungswelle finden wir Siedlerfamilien vom bairischen Gebiet.

Ab 1723 erscheinen die folgenden Familiennamen in den Matrikeln:

Rudolf, Nau, Reischer, Wiedermann, Herold, Bonifert, Nabholtz, Müller, Aumüller, Ott, Knörle,  Lautenbacher, Mohr, Weidenweber, Bergmann, Hoffmann, Kammerer, Diengler, Herr, Wohl, Herrmann, Klein, Zeller, Thiringer, Meininger, Ehrenbacher, Wetzel, Petz,  Ferbert, Greff, Pierer, Rosenberger, Weigant, Lang, Schmidt,

Spies, Gratzal, Hock, Melicher, Herberger, Waltz, Hauck, Herold, Schweger, Fleckenstein, Krebs, Emmer, Krichenbaum und Wunderlich.

 

Die ersten Einsiedler bekamen laut Zusammenschreibung im Jahre 1728 drei Hacken Feld, die für eine durchschnittliche fünfköpfige Familie das Auskommen nicht sichern konnte.

So ist es verständlich, dass ein bedeutender Anteil der Bevölkerung in die Nachbarsiedlungen weiterwanderte.

Zitat aus der Bewölkerungszusammenschreibung des Komitates Pest-Pilis-Solt im Jahre 1728:

Possessio Bogdan: "Es ist von den neuen Ankömlingen zu bemerken, dass die so arm sind, dass sie für ihr tägliches Brot eher betteln müssen. Darum, und weil das Territorium der Possession (des Besitztums) klein ist und es so viele Leute nicht versorgen kann, kann man nicht darauf hoffen, dass sie dauerhaft hier bleiben, weil sie ansonsten auch freien Umzugsrecht haben."

 

VISEGRÁD/PLINTENBURG

Ihre, aus dem Mittelalter stammende Bevölkerung verließ im 1641 die Stadt, die danach vergangenen Fünfzig Jahre sind eine zu lange Zeit, als dass eine Bevölkerungskontinuität hätte erhalten bleiben können.

Man kann auch das nicht wissen, wohin die Bewohner zogen.

Die im 1688 von der Ofener Kammeraufsicht ausgeschickte Komission sah die Lage und die Zukunft von Plintenburg folgenderweise:

Die Burg selbst ist trümmerhaft, wird später unbrauchbar, aber im Burggarten kann man sehen, dass vor kurzer Zeit hier noch ein schöner Obst- und Weingarten war.

Die Steuerbehörde des Komitates Pest, das Komitat, erwähnt Plintenburg erstenmal im 1692 und im 1693 als besiedelte Ortschaft.

Die Komitatsbeamten klagen noch im 1696 darüber, dass die Siedler kommen und gehen und nirgendwo dauerhaft ansässig werden, und damit das besteuern erschweren.

Laut Landeszusammenschreibung im Jahre 1696 ist Plintenburg wieder und endgültig eine besiedelte Ortschaft.

 

Die Plintenburger katholischen Deutschen ließen sich eher in von Ungarn bewohnten Gegenden nieder.

In allen umliegenden Dörfern lebten reformierte Ungarn.

Im 1732 waren in Großmarosch die Deutschen, in Kisoroszi die Ungarn in der Mehrzahl.

Die Siedlungsgeschichte des Ortes weiht aus ethnischer Sicht von den umliegenden Dörfern ab.

Hier gab es keine kontinuierliche Urbevölkerung, keine größere Gruppen mit gleichen Interessen, wie dort, wo die Ungarische Urbevölkerung erhalten blieb, oder wohin die Deutschen aus einem Ort, in geschlossenen Gemeinschaften eingesiedelt worden, wie im Falle von Bogdan.

Es spielte auch eine wesentliche Rolle, dass die Ungarn, die hierher zogen alle katholisch waren, und die kirchliche Zugehörigkeit damals mehr bedeutete, als die ethnische.

Visegrad/Plintenburg und das dazugehörige Herrschaftsgut kam in den Besitz von dem Graf Ernst Rüdiger Stahremberg, dem Verteidiger von Wien für Vierzigtausend Rheiner Goldforinten.

Nach seinem Tod im Jahre 1700 erbten seine Nachkommen gerader Linie den Besitz, ihr Vormund wurde Gundacker Stahremberg.

Der Schenkungsbrief an den Grafen zählt erst drei Ortschaften auf der Domäne auf: die Oppidien Visegrád/Plintenburg und Maros/Marosch, sowie Kisoroszfalu.

 

In dieser Zeit sind die später angesiedelte Teile der Herrschaft, Zebegény/Sebegin und Kismaros/Kleinmarosch noch unbewohnt.

Die Flur der Ortschaft zeigte in dieser Periode ihrer Geschichte nicht ihr heutiges Bild.

Die Wälder reichten an den meisten Stellen noch bis zur Donau runter, es gab keine kahle Berghänge.                                                                       

Nach unserem Wissen kam der erste Siedler im Jahre 1700, namentlich Johannes Harder aus der Ortschaft Bohlingen in Baden nach Plintenburg.

Die Namen der deutsch-österreichischen und anderen Siedler, die seit 1700 ständig eintrafen, sind folgende:

Lamour, Scheili, Miller, Schmidt, Traxler, Moor, Hitzlberger, Enderle, Welwietzer, Marx, Traub, Mayer, Kaisinger, Schubauer, Wiedermann, Schwartz, Vogl, Lenner, Rechtaller, Schilk, Hainisch, Gerstmayer, Rauch, Apfel,  Muckstadt, Dietrich, Rothmund, Niedermiller und Fröhlich.

Die erste Gruppe der Deutschen, deren Herkunftsort bekannt ist, siedelten aus Blindtheim, Berghausen und Tiesenhofen bei Dillingen nach Plintenburg.

Die Ansiedler aus der Dillingener Gegend kamen, wenn auch nicht alle auf einmal, aber wahrscheinlich gemeinschaftlich in ihre neue Heimat.

Viele kamen mit ihren alten Eltern.

Laut der Todesmatrikeln starben mehrere bejahrte Personen in diesen Jahren, die in diesem Alter die Umsiedlung alleine wahrscheinlich nicht mehr unternommen hätten.

 

Quellenverzeichnis:

 

Guttenbrunn-Bindorffer-Magyar: Publikációk

Flamich-Wiesner: Mainz-Nagymaros-Kismaros-Zebegény